Rechtsextremismus im Internet

Rechte Gewalt und rechtes Gedankengut sind nach wie vor präsent in Deutschland. Parteien wie die NPD sind immer noch aktiv und erhalten Zuwachs. Doch nicht nur auf den Straßen wird man mit rechtem Gedankengut konfrontiert. Auch im Internet sind Rechte aktiv. Teilweise aktiver, als viele annehmen.

Große Netzwerke wie das StudiVZ haben bereits mit dem Problem zu kämpfen gehabt. Mitglieder mit rechtem Hintergrund haben Publikationen mit fremdenfeindlichem Inhalt versandt und tun das nach wie vor. Unscheinbare Videos bei Youtube entpuppen sich als Lieder aus der rechten Szene. Häufig fällt einem nicht sofort auf, was man sich im Moment ansieht. Viele Betreiber schweigen zu dem Problem. Doch besonders Social Networks sind hervorragend geeignet, um neue Mitglieder für sich zu gewinnen. Die Gruppierungen müssen nicht direkt erkennbar sein. Häufig tarnen sich fremdenfeindliche Gruppen hinter allgemeinen Themen, die für Aufregung sorgen und verbreiten so ihre Gedanken unter den leichtgläubigen Nutzern.

Ein konkretes Thema, das ist ansprechen möchte ist das Thema des Kindesmissbrauchs. Seit langem nutzten rechte Gruppen und auch rechte Szenebands das Thema um auf sichaufmerksam zu machen. Besonders in der Musik ist das Thema bei den Rechten präsent. Die Aktion Nationale gegen Kinderschänder (Ngk) wurde 2001 ins Leben gerufen. Ihr gehören einige rechte Musikbands an. Zusammen mit der NPD wurden über diese Aktion mehrere Demonstrationen organisiert und gegen Kinderschänder mobil gemacht.

Die NPD und NgK fordern dabei die Todesstrafe für die Kinderschänder. Sie schieben die Gründe für den Kindesmissbrauch auf das nicht funktionierende “System”, auf die Justiz und die Polizei, die den Kinderschändern Verständnis entgegenbringen würden. Der Opferhilfe wird dabei seitens der rechten Gruppierungen keine Bedeutung beigemessen. Die einzige logische Konsequenz für den Missbrauch an Kindern ist für die rechten Gruppierungen die Todesstrafe. Wer nicht die Meinung teilt, wird automatisch als Sympathisant des Kindesmissbrauchs dargestellt.

Die fremdenfeindlichen Gruppen nutzen das Thema “Kindesmissbrauch” also einzig und allein, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, und leichtgläubige Menschen durch ihre Parolen mit sich zu reißen. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass den Opfern in keinem Moment Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es wird einzig und alleine das System in Kritik gestellt.

Eine Gruppe in einem lokalen Social Network trägt z.B. den Namen “Gegen Kinderschänder”. In dieser Gruppierung wird regelmäßig auf aktuelle Kindesmissbrauchsfälle aufmerksam gemacht. Die Reaktion ist fast immer dieselbe. Die Justiz hat zu wenig getan, !!!!der Kinderschänder soll grausam sterben und kastriert werden. Gedanken um das Opfer gibt es auch hier selten.

Auch Personen, die nichts mit der fremdenfeindlichen Szene zu tun haben, schließen sich der Meinung der Vorredner an. Bei einer Aktion sollten TShirts gedruckt werden. Aufgrund des Preises schreckten die Meisten davor aber wieder zurück. Das TShirt trug im übrigen den Aufdruck “Tod den Kinderschändern”. Spricht man die Problematik öffentlich in der Gruppe an, erkennen viele das Problem und distanzieren sich wiederum vom rechten Gedankengut. Von den Gründern bekommt man nahe gelegt, die Gruppe zu verlassen.

Interessant war auch der Fall Marco. Von Anfang an stand innerhalb der Gruppe fest, dass er unschuldig ist. Im Gesprächsverlauf stellte sich heraus, dass Einwanderer sich zuviel erlauben dürfen und Sexualstraftäter sowieso meistens Ausländer sind. Dies wurde von vielen als Tatsache aufgefasst.

Leider sind im Internet immer noch genug leichtgläubige Menschen unterwegs. Innerhalb von Gruppen in Social Networks können rechte Gruppen so hervorragend ihr Gedankengut verbreiten. Es empfiehlt sich daher, sich mit dem Problem kritisch auseinander zu setzen und versuchen dem entgegen zu wirken. Eine öffentliche Bekenntnis gegen den Rechtsextremismus wäre z.B. eine Möglichkeit.

P.S. Die oben angesprochene Gruppe wird im Übrigen von den Machern der Social Networks toleriert. Wenn ich mich daran störe, solle ich austreten.

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2 Antworten auf Rechtsextremismus im Internet

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