Hype um Magento verflogen?

Magento wurde in einem ordentlichen Medienrummel angekündigt. Dies löste einen Hype um das Shopsystem aus, zu einer Zeit zu der es wirklich noch sehr jungfräulich war. Viele Benutzer waren gespannt auf die Funktionen, viele Agenturen beobachteten, was die Zeit bringen würde.

Inzwischen scheint der Hype verflogen zu sein. Zumindest in Deutschland. Es gibt zwar immer noch einige Blogs die regelmäßig schreiben (und hässliche Spamkommentare hinterlassen), und viele Webhoster, die mit Magento werben. Auch viele Agenturen sind auf den Zug aufgesprungen.

In meinen Augen handelt es sich bei Magento um ein wirklich professionelles Shopsystem. Es ist verdammt flexibel und auf wirklich professionele High-End-Systeme ausgelegt. Nicht zuletzt dessen, ist die Einrichtung und Konfiguration von Magento nicht besonders einfach. Insbesondere für den deutschen Markt müssen einige Anpassungen getroffen werden. Trotzdem mact die Arbeit mit Magento Spaß. Das System ist ehrlich gesagt richtig geil ;-)

Auf der anderen Seite ist die Einrichtung eines Magento-Stores nicht mit der Installation beendet. Um eine gute Performance zu erreichen muss man schon etwas mehr tun. Auch bei besonderen Wünschen und der Anpassung der Templates muss man sich schon etwas einarbeiten.
Dies dürfte der erste Umstand sein, der viele von Magento abgeschreckt hat. Im Gegensatz zu einem OSCommerce, muss man sich mit Magento beschäftigen, und aus in der Materie Web auskennen. Wer nicht dazu bereit ist, kommt mit Magento leider nicht weit.
Hinzu kommt, dass die deutsche Community etwas schwächelt. Im Deutschen Forum finden sich zwar einige Fragen, doch wenn es mal eine Antwort gibt, dann meistens von den gleichen. Viele Themen bleiben unbeantwortet.

Ich habe inzwischen das Gefühl, dass der Hype bei vielen verflogen ist. Aber bei denen, die das System einsetzen und sich näher damit beschäftigen ist wahrscheinlich das Gegenteil der Fall. Mir persönlich gefällt Magento nach wie vor hervorragend. Daher kann ich mir vorstellen, dass Magento in Zukunft das Open-Source System für den professionellen Markt sein wird.

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7 Antworten zu “Hype um Magento verflogen?”
  1. 1
    ff-webdesigner (am 11. Dezember 2008 um 13:42 Uhr)

    ich sehe es jedenfalls als Alternative zu XT-Commerce, zumindest bei anspruchsvolleren Projekten.

  2. 2
    Michael Karl (am 11. Dezember 2008 um 13:44 Uhr)

    Ja, auf alle Fälle. In meinen Augen ist Magento ein ordentliches Stück weiter als XT:Commerce.

  3. 3

    [...] Magento – Der gesamte Bereich Webshop war die letzten Jahre für mich der Stressfaktor schlechthin. Mittlerweile sehe ich auf 2 Eigenentwicklungen und eine Umsetzung auf Basis der Typo3-Erweiterung tt_products zurück. Zufrieden haben mich die Ergebnisse aber nicht gemacht. Durch mein Lieblingszeitschrift T3N wurde ich dann auf Magento aufmerksam. Zum ersten Finale Release gab es einen großen Hype um Magento. [...]

  4. 4
    Ein Coder (am 10. November 2009 um 11:48 Uhr)

    Auf Geschäftsleitungsebene gilt Magento immernoch als tolle Software, aber wer mal bei den Programmierern reinhört, der dürfte schnell eine Menge neuer Flüche lernen…

    Ich finds unfassbar, wie schlecht alles dokumentiert ist. Nehmen wir die WSDL-Api: es gibt einfache Beispiele zum Auslesen von Produkten — aber es ist nicht definiert, wie man Attribute (+Sets) ausliest/setzt. Es gibt einfach keine Dokumentation. Ich werde jetzt noch in die 3-4 Bücher (PDF) schauen, und wie auch sonst danach genauso schlau sein wie vorher. Was taugt eine nicht-dokumentierte Api? Nichts? Eben.

    Oder nehmen wir die Definition der Versandkosten nach Preis. Eine einfache Sache, sollte man denken. Habt ihr das mal versucht? Man muss im Konfigurationsdialog den Config-Scope umstellen, dann erscheint ein CSV-Export-Knopf, dann lädt man ein CSV runter, ändert es, lädt es hoch und konfiguriert so den Shop, wobei die Konfiguration nur durch Download der Datei wieder kontrolliert werden kann… — kein Anzeige im Shop, kein Hinweistext, ein komplex-kompliziertes unübersichtliches Verfahren für so eine einfache Einstellung. Und kein Hinweis darauf in der GUI. Das ist frustrierend!

    Und dann ist der Shop online und der Kunde sagt, dass die Versandkostenabstufung offenbar anhand der Nettopreise berechnet wird — hätte mich da nicht die Dokumentation und das Webinterface drauf hinweisen können? Was soll ich dem Kunden jetzt sagen? Das Problem ist Varian seit 2008 bekannt, aber es gibt keine Änderung daran. Offensichtlich ist Varien der deutsche Markt völlig schnuppe. Man sollte die Konsequenz daraus ziehen.

    Magento würde ich allenfalls meiner Konkurrenz empfehlen. Es ist ein Aufwandsloch ohne Boden, gefüllt mit pechschwarzem Frust für die umsetzenden Programmierer.

  5. 5
    Michael Karl (am 10. November 2009 um 12:00 Uhr)

    @Ein Coder

    Magento ist ein sehr individuell konfigurierbares System, dass sehr viele Möglichkeiten bietet. Auf der einen Seite ist der Aufwand bis zur vollständigen Konfiguration etwas schwierig, wenn man dabei noch lernen muss, das System zu verstehen. Auf der anderen Seite funktioniert aber alles was man braucht, wenn das System richtig konfiguriert wurde.

    Man muss allerdings wissen und auch akzeptieren, dass Magento sich nicht eignet um mal schnell einen Shop einzurichten. Viel mehr muss man sich mit Magento beschäftigen um einen Shop richtig hinstellen zu können.
    Lohnt sich bei einem Wald- und Wisen-Shop nicht. Möchte man aber Umsätze generieren und hat aufwändigere AKtionen vor lohnt sich Mangento wiederum.

    Insbesondere den letzten Satz deines Kommentares kann ich nicht bestätigen. Sofern man bereit ist, sich mit dem System zu beschäftigen und auch mit aktuellen Frameworks arbeiten kann ist der Aufwand überschaubar und das System selbst gut anpassbar.
    Ich selbst habe Module für das System gebaut, und wenn man sich mal zurecht findet kommt man auch klar.

    Ich kann das leider nicht so bestätigen. Sind aber nur meine Erfahrungen. Welches System empfiehlst du? Der Spaghetti-Code von xtCommerce 3.04 dürfte leicht anpassbar sein – aber keinen Deut besser. Die neue Veyton? Oder ein ganz anderes System?

  6. 6
    Ein Coder (am 10. November 2009 um 12:48 Uhr)

    Es funktioniert nicht alles, was man braucht. In .de ist es üblich, die Versandkostenstaffelung anhand des Bruttopreises zu machen, und das funktioniert in Magento einfach nicht.

    Das mit den aufwändigeren Aktionen kann ich so bislang nicht bestätigen — so sind bei den Rabattregeln wichtige Einstellungen nicht möglich, etwa die Wahl, dass die Rabatte gezielt auf die zwei (oder n) billigsten/teuersten Trefferartikel im Warenkorb angewendet werden sollen. Auch kann man nicht “Attribut-Gleichheit” als Bedingung wählen.

    Noch nicht als “aufwändigere Aktion” würde ich individuelle Gutscheincode sehen, die gehen aber auch nicht. Ist es üblich, nur einen einzelnen Gutscheincode zu haben?

    Wie lange hast du gebraucht, um deine erste Extension korrekt einzuklinken? War alles prima dokumentiert, und es lief direkt wie erwartet? Meine Erfahrung ist eine andere.

  7. 7
    OpenSource-Web-Garde 2009 | ausgebloggt.de (am 23. April 2010 um 12:40 Uhr)

    [...] Magento – Der gesamte Bereich Webshop war die letzten Jahre für mich der Stressfaktor schlechthin. Mittlerweile sehe ich auf 2 Eigenentwicklungen und eine Umsetzung auf Basis der Typo3-Erweiterung tt_products zurück. Zufrieden haben mich die Ergebnisse aber nicht gemacht. Durch mein Lieblingszeitschrift T3N wurde ich dann auf Magento aufmerksam. Zum ersten Finale Release gab es einen großen Hype um Magento. [...]